Creditpauvre.com ist ein unabhängiger Ratgeber für Menschen mit geringem Einkommen: für Menschen, die Bürgergeld, Sozialhilfe oder eine kleine Rente beziehen, für Arbeitsuchende, Teilzeitbeschäftigte, Alleinerziehende und Studierende mit knappem Budget. Wenn eine Rechnung kommt, die Waschmaschine streikt oder die Miete nicht mehr reicht, lautet die erste Frage nicht „Wo bekomme ich einen Kredit?“, sondern „Welche Hilfe steht mir zu, bevor ich Schulden mache?“.
Diese Seite vergibt keine Kredite, vermittelt keine Darlehen und verdient nichts an Ihren Entscheidungen. Sie erklärt, was es in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt, was es kostet und welche Fallen Sie meiden sollten.
Kredit mit wenig Einkommen: was realistisch ist
Banken prüfen vor jedem Ratenkredit, ob nach Abzug der Rate noch genug zum Leben bleibt. Mit kleinem Einkommen fällt diese Prüfung oft negativ aus, und ein Eintrag bei der SCHUFA (Deutschland), beim KSV1870 (Österreich) oder bei der ZEK (Schweiz) erschwert die Lage zusätzlich. Ein Nein der Bank ist trotzdem nicht das Ende:
- Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken kennen ihre Kundschaft vor Ort und sprechen eher über eine Lösung für das eigene Konto.
- Mikrokredite und Sozialdarlehen werden in manchen Regionen über Stiftungen, Kirchengemeinden oder kommunale Stellen vergeben, meist für einen klar umrissenen Zweck.
- Darlehen vom Amt: Jobcenter und Sozialämter können für einen unabweisbaren Bedarf ein Darlehen gewähren, das später in kleinen Beträgen verrechnet wird.
- Familie und Freunde: ein schriftlich festgehaltenes Privatdarlehen ist oft günstiger und weniger riskant als jedes Angebot aus dem Internet.
Zuerst die Hilfen, dann der Kredit
Eine Beihilfe müssen Sie nicht zurückzahlen, einen Kredit schon. Prüfen Sie deshalb zuerst Ihre Ansprüche. In Deutschland sind das je nach Lage Bürgergeld, Grundsicherung, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen für Bildung und Teilhabe. In Österreich helfen die Sozialhilfe der Länder und die Sozialberatung der Gemeinden, in der Schweiz die Sozialdienste Ihrer Wohngemeinde. Caritas, Diakonie, das Rote Kreuz und viele lokale Vereine unterstützen zusätzlich mit Beratung, Lebensmitteln oder kleinen Beihilfen.
Für ein Beratungsgespräch sollten Sie bereithalten:
- die Kontoauszüge der letzten drei Monate;
- Einkommensnachweise (Bescheide, Lohnabrechnung, Rentenbescheid);
- die offene Rechnung, Mahnung oder den Kostenvoranschlag;
- eine Liste Ihrer festen Ausgaben und laufenden Kredite.
Die wahren Kosten vergleichen
Entscheidend ist der effektive Jahreszins: Er enthält Zinsen und Pflichtkosten und macht Angebote vergleichbar. Achten Sie zusätzlich auf den Gesamtbetrag, den Sie am Ende zurückzahlen, und auf teure Restschuldversicherungen, die oft als Bedingung dargestellt werden, obwohl sie freiwillig sind. Zinsen, die weit über dem Marktniveau liegen, können sittenwidrig sein. In der Schweiz begrenzt das Konsumkreditgesetz den Höchstzins für Konsumkredite.
Risiken, die Sie kennen sollten
Der Dispositionskredit und Rahmenkredite wirken bequem, sind aber teuer und verführen dazu, dauerhaft im Minus zu bleiben. Wer einen Kredit mit einem neuen Kredit ablöst, rutscht schnell in die Überschuldung. Kostenlose Hilfe bieten anerkannte Schuldnerberatungsstellen von Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen. Sind Ihre Schulden nicht mehr tragbar, kann ein Insolvenz- bzw. Schuldenbereinigungsverfahren einen Neuanfang ermöglichen. Ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) sichert in Deutschland den Grundbedarf auf dem Konto.
Vorsicht vor Kreditbetrug
Menschen mit kleinem Budget sind ein bevorzugtes Ziel von Betrügern. Seien Sie misstrauisch, wenn:
- vor der Auszahlung Gebühren verlangt werden (Bearbeitung, Versicherung, „Freischaltung“);
- das Angebot über soziale Netzwerke, WhatsApp oder von einer Privatperson kommt;
- ein „Kredit ohne SCHUFA“ mit garantierter Zusage beworben wird;
- man Ihre Kartendaten, PINs, TANs oder Gutscheincodes verlangt.
Zugelassene Kreditinstitute sind bei der BaFin, der österreichischen FMA oder der Schweizer FINMA registriert. Im Zweifel zahlen Sie nichts.
Unsere Seiten auf Deutsch
Für jedes Land gibt es zwei Seiten: eine zu Hilfen in Notlagen und eine zu Krediten.
- Deutschland: finanzielle Soforthilfe in Deutschland und Kredit bei geringem Einkommen in Deutschland.
- Österreich: Soforthilfe in Österreich und Kreditmöglichkeiten in Österreich.
- Schweiz: Nothilfe und Sozialhilfe in der Schweiz und Kredit mit kleinem Einkommen in der Schweiz.
Jede Seite nennt zuerst die Hilfen und erst danach Kreditlösungen, mit Verweisen auf offizielle Quellen. Die Informationen sind allgemein; Ihre persönliche Situation bespricht am besten eine Sozial- oder Schuldnerberatung mit Ihnen.
Angebote und Kreditgeber im Vergleich
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